Traditionelle Teeherstellung in Korea

Traditionelle Teeherstellung in Korea

Von alters her wurde grüner Tee in Korea auf einzigartige Weise hergestellt. Die Teeblätter wurden gemäß der "Ku-Jung-Ku-Po" Methode ("neun Mal rösten und neun Mal reiben") behandelt, um möglichst viele Gerbstoffe aus den Blättern zu extrahieren.

Heutzutage werden die Teeblätter, je nach dem Blattgrad, nur drei bis sieben Mal hintereinander geröstet und gerieben. Das Rösten geschieht bei großer Hitze (200-300 °C) in einem großen Wok. Um zu vermeiden, dass die Teeblätter fermentieren, werden sie sofort nach der Ernte geröstet. Danach werden sie mit der Hand oder mit einer Rollmaschine gerieben. Das Reiben ist notwendig, um die Teeblätter zu „verletzen“, damit sie nach dem Aufguss ihr optimales Aroma entfalten können. Das Schwierigste an dieser traditionellen Methode besteht darin, den optimalen Röstgrad (damit die Blätter nicht verbrennen) und den optimalen Rollgrad (damit die Blätter nicht zerstört werden) zu finden. Jüngere Teeblätter müssen häufiger geröstet und gerieben werden, weil sie mehr Feuchtigkeit enthalten. Aus diesem Grund ist der Tee mit der besten Qualität, der aus den jüngsten Teeblättern hergestellt wird, auch der teuerste Tee.

Nachdem alle Röst- und Reibevorgänge abgeschlossen sind, werden die Teeblätter in einem Trockensack oder Trockenraum getrocknet.

In einem letzten Schritt erhitzt man die Teeblätter auf 100-120°C, wodurch sie ihr optimales Aroma erhalten.

Heutzutage werden weniger als 20% des koreanischen Tees durch das arbeitsintensive Röstverfahren hergestellt. Die meisten Teefirmen in Korea verwenden das auch in Japan übliche Dämpfungsverfahren. Durch große Automationssysteme können große Mengen an Tee hergestellt werden. Das Röstverfahren wird dagegen eher von kleinen Unternehmen angewandt, welche sich die teueren Dämpfungsmaschinen nicht leisten können.

Es wäre schade, wenn infolge des hohen Arbeitsaufwandes die traditionelle Teeröstung von dem koreanischen Markt verschwinden würde. Den typischen Geschmack und die hohe Qualität eines auf diese Weise erzeugten Grüntees weiß jeder erfahrene Grüntee-Liebhaber zu schätzen. Gerösteter Tee ist wie ein feiner Wein. Er hat einen leicht süßlichen Geschmack und eine intensive gold-grüne Farbe. Die Teeblätter können lange ziehen gelassen werden, ohne einen bitteren Nachgeschmack zu erzeugen. Der geröstete Grüntee ist außerdem von hoher Effizienz, denn die Teeblätter einer Teekanne reichen für fünf bis sechs Aufgüsse. Am besten kann man diesen Tee genießen, wenn man ihn mit kleinen Schlücken aus einer Teeschale trinkt, die mit beiden Händen zum Mund geführt wird.

Nach dem Aufbrühen des Tees lässt sich erkennen, ob er mittels Röstung oder Dämpfung hergestellt wurde. Ein geröstetes Teeblatt behält seine ursprüngliche Form, während ein gedämpftes Blatt diese verliert.

gerösteten Tee Die Form eines gerösteten Teeblatts
Geruch, Farbe und Geschmack des gerösteten Tees sind wie ein feiner Wein Die Form eines gerösteten Teeblatts bleibt nach dem Aufguss erhalten